Tagebuch eines sklaven 2:

Heute habe ich wieder mit IHR telefoniert und auch kurz über mein Tagebuch gesprochen. Es ist IHR natürlich nicht entgangen, daß die Berichte der letzten beiden Tage ein wenig frecher ausgefallen sind und SIE meinte, ob ich die Sache wohl nicht ganz ernst nähme. Dazu möchte ich mich schon äußern. Zunächst ist alles, was meine Bewunderung und Zuneigung zu IHR betrifft voll ernst, ebenso der tief empfundene Wunsch mich IHR total zu unterwerfen. Diese Facette meiner Person ist eine für mich sehr bedeutsame, aber nicht die einzige. ich bin auch ein Mensch, für den Begriffe wie Blasphemie, Tabu etc. keine Bedeutung haben, sondern der sich mit Vergnügen darüber hinwegsetzt, der grundsätzlich alles in Frage zu stellen bereit ist. Zudem bin ich auch mitunter gerne ziemlich zynisch. Dies führt dazu, daß ich mich auch über mich selbst oder Dinge die mir wirklich viel bedeuten lustig machen oder aber sie auch aus einer rationalen Perspektive sehen und dadurch relativieren kann. Schließlich sind Mathematiker normalerweise keine Gefühlsmenschen, und ich schon gar nicht. Dies betrifft auch die Situationen wenn ich mich mit dem Dackelblick von IHR verabschiede oder irgendwie stammelnd auszudrücken versuche wie toll es wieder mit IHR war. Klar find ich’s nicht angenehm SIE einige Zeit nicht zu sehen, aber das Gefühl überwältigt mich auch nicht so sehr, daß ich nicht drüber lachen könnte wie blöd ich mich da aufführe. Beispielsweise werden die für mich vielleicht erhebendsten und glücklichsten Empfindungen nicht dadurch entwertet oder geschmälert, daß ich sie komplexes Zusammenspiel von Hormonen und Neurotransmittern begreife. Und mich hat dieses Wechseln zwischen verschiedenen Bezugsebenen schon immer fasziniert. (Interessanterweise nennt D.Hofstadter in Gödel, Escher, Bach, in seinen Betrachtungen über Künstliche Intelligenz die Fähigkeit den Kontext zu wechseln als eines der Merkmale intelligenten Verhaltens von Computerprogrammen gegenüber konventionellen prozeduralen Abläufen.) Diese Faszination kann sich auf mancherlei Weise äußern, sei es wenn ich mit IHR zusammen bin und aus einer Alltagssituation heraus plötzlich erinnert werde, daß ich IHR sklave bin, beispielsweise weil SIE mir den Aschenbecher zum halten gibt, sei es in einem Film wie Total Recall wo man die längste Zeit glaubt, die Handlung voll zu durchblicken aber plötzlich nicht sicher ist, ob das nun alles real oder in einem künstlichen Traum passiert oder wieder in einem ganz anderen Zusammenhang, etwa bei meiner Vorliebe bestimmte Algorithmen wenn möglich rekursiv zu implementieren. Aber SIE hat die Zügel in der Hand, und es liegt an IHR ob und wie weit SIE mir diese Freiheit des Context-Switching gewährt (So nebenbei : während ich diesen Satz schreibe werde ich ganz geil…) ich hätte es ja früher überhaupt nicht für möglich gehalten, eine 24/7 Beziehung (oder wie SIE richtig bemerkte, einen zweiwöchigen Heimfahrzyklus zugrundelegend, leider nur 24/2) zu führen. Nun weiß ich, daß es wahnsinnig toll ist. SIE ist eben meine Göttin (im Ernst).

~ von Lady Sabine - April 4, 2010.

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